Die Optionsgriechen sind eine Reihe von Risikokennzahlen, die zeigen, wie sich der Preis einer Option voraussichtlich ändert, wenn sich eine Eingangsgröße bewegt. Delta misst die Empfindlichkeit gegenüber dem Kurs des Basiswerts, Gamma die Änderungsrate des Delta, Theta den Wertverlust im Zeitverlauf, Vega die Empfindlichkeit gegenüber der Volatilität und Rho die Empfindlichkeit gegenüber den Zinssätzen. Händler nutzen sie, um die Risiken einer Optionsposition zu verstehen und abzusichern.
Durchgerechnetes Beispiel
Ein Anleger hält eine Call-Option, die mit 5 $ notiert, mit einem Delta von 0,60 und einem Theta von −0,04. Steigt die zugrunde liegende Aktie um 2 $, erhöht sich der Optionspreis um etwa Delta × Bewegung = 0,60 × 2 $ = 1,20 $, auf rund 6,20 $. Vergeht hingegen ein Tag, ohne dass sich die Aktie verändert, zehrt das Theta 0,04 × 1 = 0,04 $ auf, sodass die Option bei rund 4,96 $ liegt.
Warum es wichtig ist
Die Griechen sind wichtig, weil sie einem Händler erlauben, genau zu beziffern, welche Risiken eine Option trägt und wie groß jedes einzelne ist, sodass sich ein Portfolio absichern lässt, statt nur zu raten. Die häufige Gefahr besteht darin, sie als feststehend zu behandeln: Die Griechen selbst verändern sich, wenn sich Aktienkurs, Volatilität und Zeit bewegen, sodass eine deltaneutrale Position innerhalb von Stunden aus dem Gleichgewicht geraten kann.
Häufig gestellte Fragen
Das Delta ist meist der Ausgangspunkt, weil es das richtungsabhängige Engagement gegenüber dem Basiswert zeigt. Aktive Händler achten zudem auf das Theta für den Zeitwertverfall und das Vega für das Volatilitätsrisiko; die richtige Priorität hängt von der Strategie und der Haltedauer der Position ab.
Ja. Das Gamma ist die Änderungsrate des Delta, und es gibt weitere Kennzahlen wie Vanna und Vomma, die beschreiben, wie sich die Griechen erster Ordnung selbst verändern. Die meisten Privatanleger konzentrieren sich auf die fünf wichtigsten Griechen: Delta, Gamma, Theta, Vega und Rho.