Die Gesamtkapitalrendite, international ROA (Return on Assets) genannt, zeigt in Prozent, wie viel Gewinn ein Unternehmen mit seinem gesamten Vermögen erzielt. Sie beantwortet eine einfache Frage: Wie viele Cent Gewinn bringt jeder Euro an Vermögen (Anlagen, Vorräte, liquide Mittel, Forderungen) in einem Jahr? In der internationalen Form ist die Formel Jahresüberschuss geteilt durch die Bilanzsumme. Im deutschen Lehrbuch (Gesamtkapitalrentabilität) werden zum Gewinn zusätzlich die Fremdkapitalzinsen addiert, also (Jahresüberschuss + Fremdkapitalzinsen) geteilt durch das Gesamtkapital. Der Grund: Das Gesamtkapital wurde von Eigentümern und Kreditgebern bereitgestellt, und die Zinsen sind der Anteil der Kreditgeber am Ergebnis. Viele Analysten nehmen außerdem die durchschnittliche Bilanzsumme aus Jahresanfang und Jahresende statt des Wertes zum Jahresende, weil sich das Vermögen im Lauf des Jahres verändert.
Durchgerechnetes Beispiel
Unternehmen A erzielt einen Jahresüberschuss von 60.000 € bei einer Bilanzsumme von 1.000.000 €. ROA = 60.000 € ÷ 1.000.000 € = 0,06, also 6 %. Unternehmen B derselben Branche verdient 40.000 € bei einer Bilanzsumme von 500.000 €. ROA = 40.000 € ÷ 500.000 € = 0,08, also 8 %. A hat in Euro mehr Gewinn gemacht, aber B holt aus jedem Euro Vermögen mehr heraus. Welches Unternehmen besser geführt wird, sagt keine der beiden Zahlen allein: Sie sind ein Anlass, nach dem Grund für den Unterschied zu fragen. Nur zur Verdeutlichung der deutschen Lehrbuchform: Hätte A im Jahr 20.000 € Zinsen auf seine Kredite gezahlt, wäre die Gesamtkapitalrentabilität (60.000 € + 20.000 €) ÷ 1.000.000 € = 0,08, also 8 %. Dieser Wert ist nur mit anderen Werten vergleichbar, bei denen die Zinsen ebenfalls addiert wurden.
Warum es wichtig ist
Die Gesamtkapitalrendite zeigt, wie ergiebig ein Unternehmen sein gesamtes Vermögen einsetzt, und ergänzt damit die anderen Rentabilitätskennzahlen. Die Zahlen stehen in der Gewinn- und Verlustrechnung (Jahresüberschuss) und in der Bilanz (Bilanzsumme) des Geschäftsberichts. Der Haken ist die Vergleichbarkeit. Banken und Versicherungen haben im Verhältnis zum Gewinn riesige Bilanzen, daher wirken ihre Prozentwerte klein, etwa neben einem Softwareunternehmen, das kaum Vermögen braucht. Ein Handelsbetrieb oder eine Fabrik liegt dazwischen. Vergleichen Sie den ROA nur mit Unternehmen derselben Branche und mit früheren Jahren desselben Unternehmens, und achten Sie darauf, ob die Formel mit oder ohne Zinsen gerechnet wurde. Der ROA zeigt außerdem nicht, wie das Vermögen finanziert wurde: Zwei Unternehmen können einen ähnlichen ROA bei sehr unterschiedlicher Verschuldung haben. Lesen Sie ihn deshalb zusammen mit der Eigenkapitalrentabilität (ROE) und dem Verschuldungsgrad. Ein niedriger oder hoher Wert ist eine Frage, der man nachgehen sollte, kein Urteil.
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Häufig gestellte Fragen
International: ROA = Jahresüberschuss ÷ Bilanzsumme, mal 100 für den Prozentwert. In der deutschen Lehrbuchform (Gesamtkapitalrentabilität) werden zum Jahresüberschuss die Fremdkapitalzinsen addiert. Manche Analysten nehmen die durchschnittliche Bilanzsumme, was fairer ist, wenn das Unternehmen im Jahr gewachsen oder geschrumpft ist.
Es gibt kein einheitlich gutes Niveau, denn es hängt von der Branche ab. Banken und Versicherungen zeigen wegen ihrer riesigen Bilanzen meist kleine Prozentwerte, ein Geschäft mit wenig Vermögen kann viel höhere zeigen. Vergleichen Sie mit ähnlichen Unternehmen und mit früheren Jahren desselben Unternehmens.
Der ROA setzt den Gewinn ins Verhältnis zum gesamten Vermögen, egal ob Eigentümer oder Kreditgeber es bezahlt haben. Die Eigenkapitalrentabilität (ROE) setzt ihn nur ins Verhältnis zum Eigenkapital. Ein stark verschuldetes Unternehmen kann einen bescheidenen ROA und einen deutlich höheren ROE haben, daher liest man beide zusammen.
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Entwickelt & gepflegt von Worthmap · Zuletzt aktualisiert 1. November 2026
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