EV/EBITDA ist ein Bewertungsmultiple, das dem Unternehmenswert (Enterprise Value) geteilt durch den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) entspricht. Es zeigt, wie oft der operative Cash-Gewinn eines Unternehmens der Markt für das gesamte Geschäft bezahlt. Da es den Unternehmenswert und einen Gewinn vor Finanzierung verwendet, ermöglicht es den Vergleich von Unternehmen mit unterschiedlichen Verschuldungsgraden und Steuersituationen.
Durchgerechnetes Beispiel
Ein Unternehmen hat einen Unternehmenswert von 950 Millionen $ und ein EBITDA von 100 Millionen $. EV/EBITDA = 950.000.000 $ ÷ 100.000.000 $ = 9,5. Der Markt bewertet das Geschäft mit dem 9,5-Fachen seines jährlichen operativen Gewinns.
Warum es wichtig ist
EV/EBITDA wird für den Vergleich von Unternehmen und für Bewertungen bei Fusionen und Übernahmen bevorzugt, weil es gegenüber der Kapitalstruktur neutral ist und buchhalterische Abschreibungsunterschiede ignoriert. Der Hauptnachteil besteht darin, dass das EBITDA reale Kosten ausblendet: Es ignoriert Investitionsausgaben und die Zinsen, die ein verschuldetes Unternehmen tatsächlich zahlen muss, sodass es kapitalintensive oder stark verschuldete Unternehmen beschönigen kann. Es funktioniert am besten zusammen mit Cashflow- und Verschuldungskennzahlen statt für sich allein.
Häufig gestellte Fragen
Als grober Anhaltspunkt notieren viele etablierte Unternehmen rund um das 8- bis 12-Fache des EBITDA, doch das richtige Niveau hängt stark von Branche, Wachstum und Zinssätzen ab. Ein niedrigeres Multiple kann auf Wert hindeuten oder schlicht auf ein geringeres erwartetes Wachstum.
EV/EBITDA klammert die Effekte von Verschuldung, Steuern und Abschreibungspolitik aus und vergleicht das zugrunde liegende operative Geschäft daher fairer über Unternehmen hinweg. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis hingegen wird vom Verschuldungsgrad und von steuerlichen Unterschieden beeinflusst.