Die Rendite bis zur Fälligkeit (YTM) ist die jährliche Gesamtrendite, die ein Anleger mit einer Anleihe erzielt, wenn diese zum heutigen Kurs gekauft und bis zur Fälligkeit gehalten wird, unter der Annahme, dass jeder Kupon zum selben Satz wieder angelegt wird. Sie ist der einzige Diskontierungssatz, der den Barwert aller künftigen Kupon- und Tilgungszahlungen der Anleihe ihrem aktuellen Marktpreis gleichsetzt, und erfasst somit die Kuponerträge zuzüglich jedes Gewinns oder Verlusts gegenüber dem Nennwert.
Durchgerechnetes Beispiel
Eine Anleihe mit einem Nennwert von 1.000 $ und einem Kupon von 5 % (50 $ pro Jahr) wird ein Jahr vor Fälligkeit für 960 $ gekauft. Bei Fälligkeit erhält der Inhaber den Kupon von 50 $ zuzüglich des Nennwerts von 1.000 $. YTM ≈ (50 $ + (1.000 $ − 960 $)) ÷ 960 $ = 90 $ ÷ 960 $ = 9,4 %.
Warum es wichtig ist
Die Rendite bis zur Fälligkeit erlaubt Anlegern, Anleihen mit unterschiedlichen Kursen, Kupons und Laufzeiten auf einer einzigen annualisierten Basis zu vergleichen, was der Kupon allein nicht leisten kann. Ihre zentrale Annahme (und zugleich ihr Fallstrick) ist, dass jeder Kupon zur YTM selbst wieder angelegt wird; fallen die Wiederanlagesätze niedriger aus, bleibt die realisierte Rendite dahinter zurück. Die YTM setzt außerdem voraus, dass die Anleihe bis zur Fälligkeit gehalten wird und der Emittent nicht ausfällt.
Häufig gestellte Fragen
Der Kupon ist der feste jährliche Zins, der auf den Nennwert der Anleihe gezahlt wird. Die Rendite bis zur Fälligkeit ist die Gesamtrendite auf Basis des aktuellen Anleihekurses und spiegelt somit auch jeden Abschlag oder Aufschlag gegenüber dem Nennwert wider.
Ein Kauf unter dem Nennwert bedeutet, dass man bei Fälligkeit den vollen Nennwert erhält, sodass zu den Kupons ein Kursgewinn hinzukommt. Dieser zusätzliche Gewinn hebt die Gesamtrendite über den ausgewiesenen Kupon.