Die Volatilität misst, wie stark der Preis oder die Rendite eines Vermögenswerts in einem bestimmten Zeitraum um seinen Mittelwert schwankt. Am häufigsten wird sie als Standardabweichung der Renditen ausgedrückt, annualisiert, damit Vermögenswerte auf derselben Zeitskala verglichen werden können. Hohe Volatilität bedeutet große, häufige Preisbewegungen und größere Unsicherheit; niedrige Volatilität bedeutet stabilere Preise. Die Volatilität ist der gebräuchlichste quantitative Näherungswert für das Anlagerisiko.
Durchgerechnetes Beispiel
Angenommen, die täglichen Renditen einer Aktie haben eine Standardabweichung von 1 %. Zur Annualisierung multipliziert man mit der Quadratwurzel der Anzahl der Handelstage in einem Jahr (etwa 252): 1 % × √252 = 1 % × 15,87 = 15,87 %. Die annualisierte Volatilität der Aktie beträgt rund 15,9 %.
Warum es wichtig ist
Die Volatilität ist wichtig, weil sie die Unsicherheit beziffert, die Anleger ertragen müssen, um eine Rendite zu erzielen, und weil sie direkt in Risikomaße wie die Sharpe-Ratio und die Optionsbewertung einfließt. Ein zentraler Fallstrick ist es, die Volatilität mit dem Risiko eines dauerhaften Verlusts gleichzusetzen: Sie misst die Streuung in beide Richtungen, sodass auch ein rasch steigender Vermögenswert „volatil" ist und ein Vermögenswert mit niedriger Volatilität dennoch stark fallen kann, wenn sich seine Fundamentaldaten verschlechtern.
Häufig gestellte Fragen
Nicht zwangsläufig. Hohe Volatilität bedeutet größere Unsicherheit, schafft aber auch die Preisbewegungen, die langfristige Anleger und aktive Trader nutzen können. Entscheidend ist, ob man dafür mit einer angemessenen erwarteten Rendite entschädigt wird.
Die historische Volatilität misst, wie stark sich der Preis eines Vermögenswerts in der Vergangenheit tatsächlich bewegt hat. Die implizite Volatilität wird aus den aktuellen Optionspreisen abgeleitet und spiegelt die Markterwartung künftiger Bewegungen wider.