Die Sharpe-Ratio misst, wie viel Rendite eine Anlage über den risikofreien Zins hinaus für jede eingegangene Risikoeinheit erzielt. Sie wird berechnet, indem der risikofreie Zins von der Rendite des Portfolios abgezogen und durch die Standardabweichung des Portfolios geteilt wird. Eine höhere Sharpe-Ratio bedeutet eine bessere risikoadjustierte Wertentwicklung; sie ermöglicht es Anlegern, Portfolios mit unterschiedlichen Volatilitätsniveaus auf fairer Basis zu vergleichen.
Durchgerechnetes Beispiel
Ein Portfolio erzielt über ein Jahr 8 % Rendite, der risikofreie Zins beträgt 2 % und die Standardabweichung des Portfolios liegt bei 12 %. Sharpe-Ratio = (8 % − 2 %) ÷ 12 % = 6 % ÷ 12 % = 0,5. Für jede Volatilitätseinheit erzielte das Portfolio 0,5 Einheiten Überschussrendite.
Warum es wichtig ist
Die Sharpe-Ratio ist wichtig, weil rohe Renditen allein irreführend sein können: Ein Fonds mag beeindruckend wirken, nur weil er weitaus mehr Risiko eingegangen ist. Indem sie Volatilität bestraft, zeigt sie, wie effizient Risiko in Rendite umgewandelt wurde. Ein zentraler Fallstrick besteht darin, dass sie Aufwärts- und Abwärtsschwankungen gleich behandelt, sodass ein Fonds mit starken, aber profitablen Sprüngen unfair bestraft werden kann; zudem verzerrt sie sich über kurze oder ungewöhnliche Zeiträume leicht.
Häufig gestellte Fragen
Als grobe Orientierung gilt ein Wert über 1 als gut, über 2 als sehr gut und über 3 als ausgezeichnet, während ein Wert unter 1 darauf hindeutet, dass die Rendite das eingegangene Risiko nicht angemessen vergütet hat.
Die Sharpe-Ratio teilt die Überschussrendite durch die Gesamtvolatilität und zählt sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsbewegungen. Die Sortino-Ratio teilt nur durch die Abwärtsvolatilität und bestraft daher positive Schwankungen nicht.