Die Sektorrotation ist eine Anlagestrategie, die Geld von einem Marktsektor in einen anderen verschiebt, um sich an die wechselnde Phase des Konjunkturzyklus anzupassen. Da Sektoren wie Technologie, Energie, Versorger und Basiskonsumgüter zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Zyklus überdurchschnittlich abschneiden, übergewichten Rotationsinvestoren die Sektoren, die voraussichtlich führen werden, und untergewichten jene, die voraussichtlich zurückbleiben, um einen breiten Marktindex zu schlagen.
Durchgerechnetes Beispiel
Ein Anleger hält ein Portfolio von 100.000 $, das gleichmäßig auf fünf Sektoren verteilt ist (je 20.000 $). In Erwartung einer konjunkturellen Abkühlung rotiert er 30.000 $ aus zyklischen Sektoren in defensive Versorger und Basiskonsumgüter. Die Versorger erzielen daraufhin 8 %, während die verkauften Zykliker um 4 % fallen. Die verschobenen 30.000 $ verdienen 8 % × 30.000 $ = 2.400 $ statt −4 % × 30.000 $ = −1.200 $, also eine Differenz von 3.600 $ zugunsten des Portfolios.
Warum es wichtig ist
Die Sektorrotation ist wichtig, weil die Renditen innerhalb des Aktienmarkts ungleich verteilt sind: Die Führung wechselt, während sich Wachstum, Inflation und Zinsen entwickeln, sodass der richtige Sektormix eine spürbare Zusatzrendite bringen kann. Der häufige Fallstrick ist das Timing. Den Zyklus korrekt zu prognostizieren ist schwierig, und häufige Rotation treibt Handelskosten und Steuern in die Höhe, die jeden Vorteil zunichtemachen können, weshalb die meisten Anleger mehr von einer einfachen Diversifikation profitieren.
Häufig gestellte Fragen
Ein gängiges Schema teilt den Zyklus in Früh-, Mittel-, Spätphase und Rezession. Die frühe Erholung begünstigt tendenziell Zykliker und Finanzwerte, die Spätphase begünstigt Energie und Rohstoffe, und Rezessionen begünstigen defensive Sektoren wie Versorger, Gesundheitswesen und Basiskonsumgüter.
Im Allgemeinen nein. Sie erfordert aktive Prognosen und häufigen Handel, was die Kosten und das Risiko erhöht, den Zyklus falsch zu timen. Passive Anleger fahren in der Regel besser, wenn sie einen breit diversifizierten Index halten, der bereits jeden Sektor abdeckt.