Bei der Dividendenreinvestition, die meist über einen DRIP (Dividenden-Wiederanlageplan) läuft, werden die Bardividenden einer Aktie automatisch für den Kauf weiterer Anteile derselben Aktie verwendet, statt dem Anleger ausgezahlt zu werden. Über die Jahre entsteht daraus ein Zinseszinseffekt: Jede wiederangelegte Dividende kauft zusätzliche Anteile, und diese Anteile werfen anschließend selbst Dividenden ab. Viele Pläne kaufen dabei auch Bruchteile von Aktien und verlangen wenig oder gar keine Gebühren.
Durchgerechnetes Beispiel
Ein Anleger hält 100 Aktien, die bei 50 $ notieren und je Aktie eine Jahresdividende von 2,00 $ zahlen, zusammen also 200 $. Statt das Geld auszuzahlen, legt der DRIP es wieder an: 200 $ ÷ 50 $ = 4 neue Aktien. Der Bestand steigt damit auf 104 Aktien, die im Folgejahr 104 × 2,00 $ = 208 $ an Dividenden einbringen.
Warum es wichtig ist
Die Wiederanlage von Dividenden ist ein bequemer Weg, den Zinseszins für sich arbeiten zu lassen, und wer nur kleine Beträge anlegt, profitiert von gebührenfreien Käufen in Bruchteilen. Aufpassen müssen Sie bei den Steuern: In einem gewöhnlichen, steuerpflichtigen Depot gelten wiederangelegte Dividenden im Jahr des Zuflusses trotzdem als steuerpflichtiger Ertrag, obwohl kein Geld auf Ihrem Konto landet. Und jede Wiederanlage steckt weiteres Geld in ein und dieselbe Aktie, was die Streuung im Depot verringern kann.
Häufig gestellte Fragen
In einem gewöhnlichen, steuerpflichtigen Depot ja: Wiederangelegte Dividenden werden im Jahr der Zahlung genauso als Ertrag besteuert wie ausgezahlte Bardividenden. In steuerbegünstigten Konten können sie dagegen ohne sofortige Besteuerung weiter anwachsen.
Jede Dividende kauft zusätzliche Aktien, und diese zusätzlichen Aktien zahlen selbst wieder Dividenden. Über lange Zeiträume beschleunigt sich dieser Zinseszinseffekt, sodass die Gesamtrendite höher ausfällt, als wenn Sie sich das Geld einfach auszahlen lassen.